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Wetterregeln für die erste Dekade Mai / Wonnemonat

Der Mai zum Wonnemonat erkoren hat den Reif noch hinter den Ohren.

Bauernweisheit:  Regen in der Walpurgisnacht hat Keller und Tenn’ stes voll gemacht.

Walpurgistag: 1.Mai: Philipp und Jakob nass, macht dem Jägersmann Spaß.

Apostel Philippus und Jakobus der Ältere: 3.Mai:  Der Florian, der Florian noch einen Schneehut setzen kann.

Sankt Florian: 4.Mai Wenn sich naht Sankt Stanislaus, rollen die Kartoffeln raus.

Sankt Stanislaus: 7.Mai : Ein kühler Mai wird hoch geacht’, hat stes ein fruchtbar Jahr gebracht.

Bauernspruch:  So wie der Mai werden Obst und Heu

Wetterregeln für die erste Dekade April / Ostermond

Volksweisheit: April, April, der macht so was er will.  

Bauernspruch: April und Mai fürwahr sind die Schlüssel zum ganzen Jahr.

Rosamunde 2.April: Sturm und Wind an Rosamunde – bringt gute Kunde.

Sankt Ambrosius 4.April: Erbsen säe an Ambrosius, so tragen sie reich und geben gut Mus.

Sankt Aaron und Sankt Justin 7.April: Aaron und Justin helfen den Hafer ziehen (St Aaron und St. Justin 7.April).

Prophet Ezechiel 10.April: Leinsaat an Ezechiel geht nicht fehl.  

Wetterregeln für die erste Dekade März / Lenzmond  

Bauernspruch : Ein heiterer März erfreut des Bauern Herz.

 Sankt Albinus 1.März : Regnet’s stark an Albinus, macht’s dem Bauern viel Verdruss.

Heilige Kunigunde 3.März: Sankt Kunigund’ macht’s warm von unt’, wenn’s aber donnert um Kunigung’ treibt’s der Winter lange bunt.  

Zeit: 5. bis 8.März : Gibt’s im März viel Regen, bringt die Ernte wenig Segen.

lässt er sich aber trocken an, bringt er Brot für jedermann.

Vierzig Märtyrer 10.März: Wie die vierzig Märtyrer das Wetter gestalten, so wird es noch vierzig Tage halten.

Bauernweisheit: Säst Du im März zu früh, ist’s oft vergebene Müh’.  

Wetterregeln für die zweite Dekade März / Lenzmond

Bauernweisheit: Feuchter, fauler März ist des Bauern Schmerz.

Sankt Gregor 12.März: Sankt Gregor zeigt dem Bauern an, ob er im Felde säen kann.

Heilige Gertraud 17.März: Sankt Gertraud führt die Kuh ins Kraut, das Ross zum Pflug und die Bienen zum Flug.

Sankt Joseph 19.März: Wenn’s einmal um Josephi is’, weicht der Winter auch gewiss.

Bauerspruch: Im Märzen spart man die Kerzen.

Bauernweisheit: Soviel im März die Nebel steigen, soviel Wetter sich im Sommer zeigen.  

von Gerhard Wilhelm Neuhaus/Rwg

Webcambild  vom Skihang Apelsberg in Neuhaus am Rennweg Schmalenbuche im Hintergrund die Jugendherberge und das Gymnasium

Das Wetter im April – Ostermond 

Schon im letzten Jahr verabschiedeten wir den März, entgegen von Wetterregeln der Bauern,  auch als einen deutlichen Nachwinter, der uns seine Kraft in unserer Höhenlage noch einmal deutlich machte. Auch heuer ließ der Frühling zunächst auf sich warten, aber nun ist er da. Die Barometer hatten mit dem Wechsel von Hoch und Tief ausreichend zu tun. Unsere Frühlingserwartungen an den kommenden April erweitern sich hinsichtlich Witterungsverlauf und Wachstum in der Natur mit dem üblichen, stürmischen Umschwung. Im zweiten Frühlingsmonat beginnen diese großräumigen Veränderungen, in deren Folge die Witterungsturbulenzen oft einen Höhepunkt erreichen werden. Die stabilen Hochdruckgebiete im Norden werden durch Tiefs ersetzt, die sich vor einem wachsenden Azorenhoch bewegen. Dadurch erreichen uns mit überwiegend westlichen Winden rasch wechselnde Wetter, je nach Herkunft oft bis zum Graupel abgekühlt; so geschehen am 7.April 1932 mit einem Kaltlufteinfall. Der kräftige Temperaturanstieg setzt sich aber dennoch fort. Er resultiert vor allem aus den länger werdenden Tagen, man kann schon mit ca. 150 Sonnenstunden rechnen. Eine verlässliche Dokumentation ist auch der 100-jährige Kalender nicht, aber trauen wir ihm mal, so „fängt sehr schön an bis zum 5., da es regnet, kieselt und darauf gefriert, bald wieder ganz veränderlich und unstet bis zum Ende aller Tage, ein recht wunderlicher April“. Im Witterungsverlauf des April verbirgt sich schon die Quantität und Qualität der zu erwartenden Ernte, was bis heute der Fall ist. Die Monatsmitteltemperatur beträgt, je nach geodätischer Höhe, +4° bis 10° C. In den Tälern können die Tageshöchsttemperaturen schon mal +20°C oder mehr betragen, während sie nachts bei klarem Himmel nahe dem Nullpunkt liegen oder noch frostig sind. Es fallen normalerweise bis zu 70 mm Niederschlag, im Bergland gelegentlich noch als Schnee. Kühle Aprile gab es 1852, 1929 und 1956, warm dagegen war es 1934, 1948, 1952 und 1961. In den Bauernregeln heißt es „April nass und kalt, wächst das Korn wie ein Wald“ oder „Wohl hundertmal schlägt das Wetter um, das ist Aprils Privilegium“ oder „Siehst Du im April die Falter tanzen, magst du getrost im Garten pflanzen“ oder „Wenn’s im April brav stürmt und schneit, so gibt’s eine schöne Sommerzeit“. Insgesamt ist also der Witterungsverlauf im April für die landwirtschaftlichen Ergebnisse ein sehr wichtiger Monat. In diesem Monat treten nach langjährigen Beobachtungen häufiger als sonst Südostwetterlagen mit anhaltenden Niederschlägen bei kalten Ostwinden auf. Sie sind für den Wasserhaushalt von großer Bedeutung. Ihr Ausbleiben in den Jahren 1946, 1947, 1948 und 1953 führte zu großer Trockenheit und Ernteausfällen beim Getreide.

Gerhard Wilhelm